
Die Lungenklinik Hemer gehört zu den ersten Kliniken in Deutschland, die offiziell seit Juli 2009 als spezialisierte Lungenkrebszentren der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert worden sind. Die Zertifizierung als Lungenkrebszentrum wurde in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DTG) und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) unter dem Dach der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) entwickelt.
Ziel eines Lungenkrebszentrums ist es, durch die Einhaltung verbindlicher Qualitätsstandards den Patientinnen und Patienten eine optimale, umfassende Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei Lungenkrebs zu ermöglichen.
Einen Infoflyer unseres Lungenkrebszentrums können Sie hier herunterladen.
Wozu die Zertifizierung? Für bessere Überlebenschancen durch interdisziplinäre Kooperation und Erfahrung
Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 33.000 Männer und 13.200 Frauen an Lungenkrebs. Er ist bei Männern und Frauen die dritthäufigste Krebsart. Während bei Männern seit den 1990er Jahren ein deutlicher Rückgang der Neuerkrankungen zu verzeichnen ist, erkranken Frauen in den letzten Jahren häufiger und auch in jüngerem Alter als die Männer. Einen Grund für diesen besorgniserregenden Trend sehen die Experten in den veränderten Rauchgewohnheiten. Damit die Patienten mit Lungenkrebs die bestmögliche Versorgung erhalten, hat die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) mit der Zertifizierung von Lungenkrebszentren begonnen.
Bei Lungenkrebs kann in frühen Stadien mit einer Operation und gegebenenfalls einer Chemotherapie eine 5-Jahres-Überlebensrate von bis zu 80 Prozent erreicht werden. Voraussetzung für diese guten Ergebnisse ist es, dass die Tumore früh entdeckt und fachmännisch behandelt werden.
Lungenkarzinome dürfen nicht „nebenbei auch noch mit“ behandelt werden, sondern sie sollten im Zentrum der Erfahrungen der Klinik und des wissenschaftlichen Interesses mit dementsprechend hoher Fallzahl stehen. Um ein zertifiziertes Lungenkrebszentrum zu werden, muss daher die Expertise des Hauses durch eine hohe Fallzahl von Operationen, Chemo- und Strahlentherapien nachgewiesen werden.
Der Operation mit kompletter Entfernung des Lungentumors und der Entfernung der Lymphknoten kommt hierbei eine entscheidende Bedeutung zu. In unserer Klinik kommen hierbei modernste OP-Techniken zum Einsatz, die insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittenen Lungenkarzinom und z. T. stattgehabter Chemotherapie oder Chemo-Strahlentherapie einen hohen Schwierigkeitsgrad aufweisen können. Die Erhaltung von möglichst viel gesundem Lungengewebe und damit Sicherstellung einer ausreichenden Lungenfunktion und Lebensqualität des Patienten steht hierbei im Vordergrund. Je mehr Erfahrung besteht, umso seltener kommt es zu Komplikationen.
Die Lungenklinik Hemer hat alle die für die Zertifizierung geforderten Fallzahlen bei weitem übertroffen. Bei uns werden fast 1.000 Patienten pro Jahr mit Lungenkrebs behandelt. Seit nunmehr 60 Jahren hat sich die Lungenklinik Hemer auch überregional einen Namen als modernes und hoch spezialisiertes Kompetenz- und Leistungszentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie gemacht. Die aktuell erreichte erfolgreiche Zertifizierung, ohne Abweichungen (d. h. ohne Mängel), ist letztendlich auch der formale Ausdruck für diese besondere Expertise.
Eine wesentliche Vorgabe und Kernelement im Anforderungskatalog für die Zertifizierung ist die interdisziplinäre Behandlung innerhalb des Lungenkrebszentrums unter Einbeziehung aller Hauptbehandlungspartner wie von Lungenfachärzten, Thoraxchirurgen, Strahlen- therapeuten, Onkologen, Pathologen, Radiologen und Nuklearmedizinern. Sie nehmen an einer der Tumorkonferenzen teil, die laut Krebsgesellschaft mindestens einmal pro Woche durchgeführt werden müssen. In der Lungenklinik Hemer ist eine tägliche Tumorkonferenz seit Jahren etabliert. Hier wird von allen Beteiligten für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan festgelegt. Wichtig ist bei Bedarf auch die Unterstützung bei der Einholung einer sog. „Zweiten Meinung“ eines anderen Behandlers. Wir selber – die Lungenklinik – werden häufig zu einer solchen zweiten Meinung hinzugezogen.
Zu einem zertifizierten Lungenkrebszentrum gehört auch die selbstverständliche Zusammenarbeit mit den Behandlungspartnern aus den Disziplinen Psycho-Onkologie, Seelsorge, Raucherentwöhnung, Sozialdienst, Physiotherapie, Hospiz und Palliativmedizin. Seit kurzem etabliert sich eine "Selbsthilfegruppe Lungenkrebs" - lesen Sie hier mehr.
Eine solche fachübergreifende und gut organisierte Vernetzung der Fachabteilugen Pneumologie, Thoraxchirurgie, Radiologie, Strahlentherapie und Anästhesie mit dem Pflegedienst, den Funktionsabteilungen und den psycho-sozialen Diensten „unter einem Dach“ bietet eine zügige und umfassende Versorgung, mit dem Ziel einer langfristigen Verbesserung der Überlebensraten bei Lungenkrebspatienten.
Behandlung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
Weitere Anforderungskriterien für eine Zertifizierung sind die Therapie nach medizinischen Leitlinien, die Berücksichtigung neuester Forschungserkenntnisse und die Pflicht, klinische Studien durchzuführen. Patienten haben durch die Teilnahme an klinischen Studien die Chance, schon vor Marktzulassung von neuesten Therapien zu profitieren. Als eines der deutschen Studienzentren für das Lungenkarzinom verfügen wir über zusätzliche Dokumentationskräfte und Studienschwestern. Seit Jahren nehmen wir an einer Tumordokumentation am regionalen Tumorzentrum Dortmund teil und leiten unsere Daten anonymisiert an das Krebsregister weiter.
Ständige Überprüfung
Das Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft wird für jeweils drei Jahre vergeben, danach stellen sich die Lungenkrebszentren erneut einer Überprüfung der Zertifizierungskommission. Allerdings erfolgt im jährlichen Abstand eine Zwischenaudit, um so auch in kürzeren Intervallen nachzuweisen, dass das Zentrum den strengen Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft jederzeit gerecht wird.
Zusammenfassend bestätigt das Zertifikat der DKG die herausragende Stellung der Lungenklinik Hemer als überregionales Kompetenzzentrum für die Diagnostik und Therapie des Lungenkarzinoms. Mit modernen Techniken, neuester Geräteausstattung und ansprechenden Räumlichkeiten sehen wir uns mit unserer Klinik in landschaftlich reizvoller Umgebung, ausgestattet mit einem hoch qualifizierten und engagierten Team für die Zukunft gut gerüstet.
Die offizielle Zertifikatsübergabe hat im Rahmen einer kleinen Feierstunde stattgefunden. Prof. Dr. med. Dieter Ukena überreichte das Zertifikat als Vorsitzender der Zertifizierungskommission für Lungenkrebszentren der Deutschen Krebsgesellschaft an die Leitung und die Mitarbeitenden des Lungenkrebszentrums.
LKH_FortbildungPflege_2012.pdf In der Lungenklinik Hemer |
Einladungsflyer_PneumoOnko_2012-02-29.pdf 29.02. in Iserlohn | |